Eine Jahresabschluss-Checkliste sorgt dafür, dass beim Abschluss kein Schritt vergessen wird. Für österreichische KMU sind die Anforderungen aus UGB, EStG und UStG zu beachten und sauber abzuhaken. Diese Seite begleitet den gesamten Ablauf, von der Vorbereitung vor dem Stichtag bis zur Einreichung beim Firmenbuch, und ordnet sich in unseren Überblick zu Jahresabschluss und Bilanz ein.

Wer die Checkliste konsequent abarbeitet, vermeidet typische Fehlerquellen wie nicht abgestimmte Konten, vergessene Periodenabgrenzungen oder eine verspätete Offenlegung. Den vollständigen Prozess beschreiben wir zusätzlich Schritt für Schritt im Beitrag Jahresabschluss Schritt für Schritt.

Vor dem Stichtag

Schon vor dem 31. Dezember lohnt sich die Vorbereitung:

  • Inventur des Lagers planen und durchführen
  • offene Forderungen prüfen, Mahnstand kontrollieren
  • Anlagenzugänge und -abgänge im Verzeichnis dokumentieren
  • Investitionsplanung mit Blick auf den Investitionsfreibetrag
  • Bewertung von Forderungen vorbereiten
  • Steuerberater frühzeitig informieren

Ein gepflegtes Anlagenverzeichnis erspart beim Abschluss viel Zeit. Wie es korrekt geführt wird, zeigt der Beitrag Anlagenverzeichnis in Österreich richtig führen. Mehr zur strukturierten Vorbereitung und zu den Fristen steht im Beitrag zum Abschlusskalender und Fristenplanung.

Während der Abschlussarbeiten

Im Kern der Abschlussarbeiten geht es darum, jedes Konto nachvollziehbar abzustimmen. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Bereiche zusammen:

BereichAufgaben
BankSalden mit Auszug zum 31.12. abstimmen
KassaKassenbuch mit Bestand abgleichen
Debitorenoffene Posten prüfen, Wertberichtigungen
KreditorenEingangsrechnungen vollständig erfasst
AnlagenAbschreibungen rechnen, IFB ansetzen
UStKonten gegen UVA abstimmen
LohnLohnkonten gegen Meldungen abgleichen
Periodenabgrenzungaktive und passive Posten bilden
RückstellungenGarantie, Pension, Prozesskosten

Jede abgehakte Zeile sollte mit einem Beleg oder einer Abstimmungsliste hinterlegt sein. So bleibt der Abschluss auch bei einer späteren Außenprüfung nachvollziehbar.

Bilanz und GuV

Nach den Abstimmungen entstehen Bilanz und GuV nach dem UGB-Gliederungsschema:

  • Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Eigenkapital, Verbindlichkeiten
  • GuV nach Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren
  • Anhang mit Erläuterungen
  • Lagebericht (ab mittelgroßen Gesellschaften)

Die korrekte Zuordnung folgt dem österreichischen Einheitskontenrahmen, siehe Kontenrahmen. Wie aus den abgestimmten Konten eine vollständige Bilanz entsteht, vertieft der Beitrag Bilanz nach UGB erstellen.

Steuerliche Mehr-Weniger-Rechnung

Aus der UGB-Bilanz wird über eine Mehr-Weniger-Rechnung die steuerliche Bemessungsgrundlage abgeleitet. Typische Posten:

  • Pkw-Aufwendungen (50 % Repräsentation)
  • Bewirtung 50 %
  • nicht abzugsfähige Strafen
  • Forschungsprämie (steuerfreie Einnahme)
  • IFB als zusätzliche Betriebsausgabe

Bei einer GmbH mündet diese Rechnung in die Körperschaftsteuer. Die Grundlagen dazu erklärt der Beitrag Körperschaftsteuer der GmbH.

Offenlegung beim Firmenbuch

Kapitalgesellschaften reichen den Jahresabschluss innerhalb von neun Monaten beim Firmenbuch ein. Wichtige Punkte:

  • elektronische Übermittlung über ERV oder Notar
  • Größenklassen entscheiden über den Umfang der Offenlegung
  • Strafen bei Versäumnissen ab 700 € pro Geschäftsführer
  • aktueller Stand auf bmf.gv.at

Den genauen Ablauf der Einreichung beschreibt der Beitrag Jahresabschluss beim Firmenbuch einreichen.

Nach dem Abschluss

Fazit

Die Checkliste macht aus Stress eine Routine. Wer das Jahr über sauber bucht, wickelt den Abschluss in wenigen Tagen ab. Mehr Hintergrund bietet der Leitfaden Jahresabschluss für kleine Unternehmen. Preise ansehen.